Besuchen Sie Amazon, um uns zu unterstützen ...

AdBlock muss deaktiviert sein, um den Button zu sehen.

Amazon Partner-Programm

Mit Ihrem Einkauf über den Banner werden wir als Amazon-Partner durch qualifizierte Verkäufe begünstigt!

 

 


Spendenbarometer 2021

 

 

Medikamenten- programm

5000

3760

Essens- programm

6500 

6454

Nach oben


Reisetagebuch Juli 2021

2. Reisebericht Juli 2021

2. Reisebericht   Juli 2021

Eigentlich wollten wir während unserer Reise regelmäßig Berichte über unsere Erlebnisse schreiben, doch auch hier gestaltete sich das Leben unter den Bedingungen der Pandemie anders, als erwartet.
Mittlerweile sind Petra und ich wieder wohlbehalten zurück in Deutschland.

Das Pandemiegeschehen zeigt sich diffus in Kenia. Immer wieder gibt es Hotspots, in denen die Infektionszahlen kurzfristig steigen. Die Regierung reagiert mit Ausgangsbeschränkungen, Versammlungsverbote und notwendigen Abstands- und Hygieneregeln. Dies hat dann auch schon mal Auswirkungen im Transportverkehr, Kirchenbesuche und der Öffnung kleinerer Geschäfte. Die meisten Menschen halten sich an die Regeln, doch kommt es dann zum  Beispiel nach Wahlveranstaltungen zu steigenden Infektionszahlen. Auf den Flughäfen erleben wir eine enge Kontrolle hinsichtlich Covid 19.

Am 9. Juli trafen Petra und ich müde doch wohlbehalten in Nairobi ein. Erwartet und begrüßt wurden wir von den Vorsitzenden der NGO Anderson und David. Sie brachten uns in unserer Hotel.

Während die Hauptstadt eine einzige Baustelle ist, liegt ansonsten die Ökonomie am Boden. Die Arbeitslosigkeit  sowie die Preise sind deutlich gestiegen. Am meisten betroffen sind jedoch die Tagelöhner, die keine Arbeit mehr finden.  So nimmt mit dem wirtschaftlichen Abschwung die Armut und der Hunger zu. Damit einhergehend eine Gewaltbereitschaft und insbesondere eine hemmungslose Korruption.

Die Auswirkungen der Pandemie erlebten wir auch in unserem Hotel hautnah. Keine Gäste und die Mitarbeiter/innen und das Hotelangebot stark reduziert.

Wir begrüßten im Hotel die ersten Patenkinder. Mit allen konnten wir während der Pandemie in Kontakt bleiben.

Am nächsten Morgen begleiteten uns David und Anderson für einige Tage ins Waisenhaus nach Kendu Bay. Es sollte eine gute Zeit werden, in der wir ausreichend die Möglichkeit zum Austausch hatten. Wollen wir doch, als die beiden Vorstände von Kenia und Deutschland, noch enger Zusammenarbeiten.

Das Waisenhaus präsentiert sich uns wie ein kleines Paradies. Alles ist saftig grün. Die Bäume sind gewachsen und vermitteln das Flair, dass wir wie in einem kleinen Wald wohnen. Hühner, Enten, Kühe, Schafe und Ziegen vermitteln gleichzeitig das Gefühl eines Bauernhofes.

Die Ankunft im Waisenhaus war herzlich und fröhlich. Der Virus hat bisher einen Bogen um das Waisenhaus gemacht. Allen geht es gut.

Der kenianische Schulkalender hat sich durch die Pandemie verschoben und zeigt sich stark komprimiert. So hatten die Schüler nur eine Woche Ferien. Bereits Ende Juli ging es ins Schuljahr 2021. Dies wird dann im Frühjahr 2022 enden. So blieb uns nur wenig Zeit, alle unsere Patenkinder von Außerhalb im Waisenhaus zu begrüßen, um die notwendigen schulischen, gesundheitlichen und finanziellen Dinge zu besprechen, damit sie weiterhin in die Schule gehen können. Es kamen fast alle.
Sie alle waren durch die Einschränkungen der Pandemie geprägt. Die Schulen waren lange Zeit geschlossen. Sie waren zu Hause und oftmals gab es da nicht genügend zu essen. Alle freuten sich daher  wieder, dass sie seit Januar 2021 wieder in die Schule gehen können.
Über 100 Patenkinder konnten wir so den weiteren Schulbesuch ermöglichen. 16 Patenkinder konnten in diesem Jahr aus unserer Unterstützung ausscheiden. Manche suchen nun nach einer Arbeit oder leben zu Hause und versuchen mit kleinen Geschäften die Familie zu unterstützen.

Wir begegneten Brighton, der im vergangenen Jahr aus unserer Hilfe ausgeschieden war. Als Koch eröffnete er ein kleines Restaurant in Kendu Bay. Das erste Jahr lief es, Pandemie bedingt, schlecht. Doch nun verdient er etwa 2 Euro am Tag, genügend, um zu leben. Er hat geheiratet und sie erwarten ein Baby.

Am 29. Juli war Kliniktag. In unserer Epilepsieambulanz im Waisenhaus werden durch Dr. Vincent über 100 Patienten/innen behandelt. Natürlich wäre es gut möglich, noch weitere Patienten zu behandeln. Es gibt sie. Doch oftmals, insbesondere bei Kindern, werden diese versteckt und trauen sich nicht an die Öffentlichkeit. Man muss sich auf die Suche machen.  Die Klinik ist mittlerweile finanziell autark. Durch die Einnahmen kann sie nun die Medikamente selber finanzieren und die Ausgaben für das Personal begleichen. Ein schöner Erfolg.

Das Waisenhaus kann mittlerweile einen Großteil der zu benötigenden Lebensmittel selber produzieren. Gemüse- und Obst, Erdnüsse, Mais und Bohnen werden angebaut und dienen der Selbstversorgung. Die Tiere liefern Eier und Fleisch. Drei Gärtner bewirtschaften die verschiedenen Gärten.
Mittlerweile können auch Mangos, Papayas sowie einige Tiere verkauft werden. Das Waisenhaus übt sich darin, auch ein Einkommen zu erzielen.

Die Hauptprojekte in diesem Jahr waren die weitere Wasserversorgung des Waisenhauses sowie den Aufbau einer Baumschule. Beides ist gut gelungen. Aktuell können wir über 130 000 Liter Regenwasser in großen Tonnen speichern.

Während der letzten Monate säten, pikierten und pflanzten die Gärtner und Kinder im Waisenhaus kleine Bäumchen in Plastiksäckchen, über 10 000 Stück. Es handelt sich dabei drei verschiedene Arten von Schattenbäumchen und Avokado und Jackfruit.
Auch in Kendu Bay sind die Auswirkungen der Klimaveränderungen immer deutlicher zu spüren. Extreme Trockenzeiten sowie heftigste Regenzeiten wechseln sich ab und verschieben sich in ihrem Rhythmus.
Die Bäumchen sollen dazu dienen, das Land zu beschatten, das Austrocknen zu verhindern und Bodenerosionen entgegen zu wirken. Verteilt wurden die Pflanzen an Nachbarn, Mitarbeiter, Kirchen und Schulen. Innerhalb von drei Wochen konnten über 7000 Pflanzen verteilt werden. Die Menschen sind dankbar dafür. Auf Hausbesuchen konnten wir uns davon überzeugen, dass die Bäumchen gepflanzt wurden.
Das Projekt wird auch in den folgenden Jahren fortgesetzt werden. Ziel ist es die Gegend rings um Kendu Bay wieder mit Bäumen zu versehen.

Petra musste bereits nach zwei Wochen wieder nach Hause. Die Arbeit rief. Ich hatte noch eine weitere Woche Zeit.
Es folgte eine Einladung nach Hause zu einem Patenkind. Nun, ich dachte, da gibt es einen Tee und Mandasi. Doch ich sollte mich irren.
In Kenia wird die Gastfreundschaft sehr großgeschrieben. So wurden wir mit einem großzügigen Essen willkommen geheißen.
Die Großmutter hat drei Jahre lang dafür gespart und zuletzt noch auf dem Feld gearbeitet, um das Geld für das Essen zusammen zu bekommen. Sie ist voller Dankbarkeit, was wir für ihre Enkelinnen tun.
20 Familienmitglieder begrüßten uns, erwiesen uns ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit.

Die Familie wohnt in einem traditionellen Luohaus. Doch es regnet durchs Dach und um Trinkwasser zu erhalten, muss eine Stunde gelaufen werden.
Da wir noch etwas Geldreserven hatten, ließen wir das halbe Dach neu mit Wellblech decken und einen 2300 Liter Wassertank an der neuen Regenrinne anschließen.

Auf den Hausbesuchen begegnet uns das wahre Alltagsleben von vielen Kenianern.
Wir sind dankbar für die vielen freundlichen Begegnungen und dafür, dass wir auch wieder gesund nach Deutschland zurück kehren konnten.

Geplant ist unsere nächste Reise für Januar 2021. Wir hoffen, dass sie möglich sein wird.

Asante sana – vielen Dank                  

von Petra und Joachim von Kifafa


1. Reisebericht Juli 2021

In diesem Jahr fliegen wir am 9. Juli nach Kenia. Die Coroapandemie macht es nötig.

Auch in Kenia hinterlässt der Virus seine deutlichen Spuren. Im März 2020 fand der erste Lockdown wegen des Virus in Kenia statt. Schulen, Waisenhäuser, Firmen und Geschäfte mussten schließen. Über die folgenden Monate hinweg fanden immer wieder  vorsichtige Lockerungen statt.
Besonders betroffen waren die Großstädte und da insbesondere die Slums in Nairobi. Mit dem Virus kam auch der Hunger für viele Menschen, denn viele leben von dem, was sie an einem Tag verdienen.
Auch das Waisenhaus in Kendu Bay wurde geschlossen. Alle Kinder zu Verwandten, Elternteile oder Großeltern geschickt. Nur ein Mädchen verblieb im Waisenhaus.
Mit regelmäßigen Maislieferungen versuchten wir die Familien mit Nahrungsmittel zu unterstützen. Dann endlich im Dezember konnten die Mädchen zuerst ins Waisenhaus und dann im Januar 2020 wieder in die Schulen gehen.


Eigentlich reisen wir immer im Januar nach Kenia. Allein durch die Pandemie verschob sich jedoch der Schulkalender der Kinder. Gleichwohl erschien uns das gesundheitliche Risiko zu groß.
In enger Zusammenarbeit mit der Waisenhausleiterin sowie der NGO vor Ort gelang es uns, via Internet, alle Patenfamilien kranken zu versichern sowie die nötigsten Dinge für die Schule zu bezahlen.  Nun endet das Schuljahr 2020 offiziell am 16. Juli. Die meisten Schüler/innen haben dann nur eine Woche frei, denn beginnt bereits das Schuljahr 2021. Und mit dem Beginn des Schuljahres müssen die Schulgebühren sowie die notwendigen Schulutensilien bezahlt werden.

Mittlerweile ist jedoch auch die Deltavariante des Virus in Kenia angekommen und verstärkt die Infektionen. Nun sind auch ländliche Gebiete betroffen, so auch die Provinz Nyanza, wo das Waisenhaus in Kendu Bay liegt. Es wird von überforderten Krankenhäusern berichtet. Nach wie vor gelten strenge Coronaregeln, wie das nächtliche Ausgangsverbot. In diesem Jahr werden nur Petra und ich nach Kenia fliegen, um alle unsere Patenkinder zu sehen und die Schulgebühren zu bezahlen.
Gleichzeitig ist auch einiges im Waisenhaus geschehen. 10 000 l Wassertonnen wurden gekauft, die Regenrinnen an allen Gebäuden erneuert und dann angeschlossen, um das Regenwasser aufzufangen.
Doch ganz besonders sind wir auf das Baumschulprojekt gespannt, dass wir gemeinsam mit den Mitarbeitern des Waisenhauses und den Verantwortlichen der NGO realisieren konnten.
Die Idee ist, dass Kifafa kostenlos junge Bäumchen heranzieht, um diese dann an Nachbarn, Schulen, Krankenhäuser, Kirchen zu verschenken. Schatten- und Obstbäume. Dies soll einen Beitrag gegen den Hunger leisten und durch eine Aufforstung die Erde beschatten und gegen die Bodenerosion wirken.
Und letztendlich freuen wir uns einfach darauf, alle wieder sehen zu können.

Begleiten Sie uns auf unserer, diesmal kurzen dreiwöchigen Reise, auf unserer Homepage - „Reiseberichte“. Wir werden versuchen wöchentlich einen Bericht zu veröffentlichen.

Es grüßt Sie herzlich Petra und Joachim von Kifafa.