3. Reisebericht aus Kendu Bay

Liebe Freunde in Deutschland!

Heute schreibe ich das erste Mal aus dem Internetcafe in Kendu Bay. Es ist sehr eng und heiss!

Am Samstag 14. Januar kamen Dorothea und ich in Mumias an. Es ist eine wunderschoene Gegend, alles gruen und man ist von Zuckerrohr umgeben. Auch hier scheiden jetzt Patenkinder aus, d.h. sie haben die Highschool beendet und ein College besucht. Damit  sind sie in der Lage, ein gutes Leben zu haben. Eine Arbeit zu finden ist jedoch nicht einfach. Viele helfen sich dann mit einem kleinen Warenverkaufsstand auf dem Markt oder an einer Strasse. So ueberleben die meisten Kenianer! Ganz stolz bin ich auf Ibrahim Wanalo, die seine Schulbildung,  Laborantenausbildung ohne Probleme durchgezogen hat. Nun macht er in Voj einen eigenen Geschaeft auf und ist aus der Liste ausgeschieden. In Mumias betreut Kifafa noch 20 Kinder.

Zurueck nach Kisumu, wo ich einen Anruf von Sunday erhielt, einem unserer ehemaligen Jungens. Er hatte studiert und er schenkte mir zum Abschied zwei kurze Geschichten, die er selber geschrieben hatte. Wir trafen uns in einem Internetcafe und die Wiedersehensfreude war so herzlich! Er hat eine Anstellung bei der Nation -Redaktion, die bedeutenste Zeitung in Kenia. Sunday arbeitet als Journalist. Das hat mich sehr gefreut und er will auch einen Bericht ueber unser Waisenhaus in Kendu Bay schreiben!  Wir werden sehen.

Inzwischen habe ich alle Kinder gesehen und nun wird es etwas gemaechlicher gehen. Unsere Praktikantin Dorothea wird am Samstag wieder zurueck nach Deutschland fliegen - voller Eindruecke. Viele sind noch nicht verarbeitet, hier ticken die Menschen aus den verschiedensten Gruenden anders!!

Ein sehr enges Verhaeltnis hat sich zwischen ihr und dem Patenkind entwickelt.  Die Familien-verhaeltnisse sind oft schwer fuer uns Europaeer zu verstehen. Besonders, wenn Aids in der Familie ist. Die Eltern sind bereits daran gestorben, Verwandte uebernehmen die Sorge um die Kinder. Diese werden irgendwohin mitgenommen und ihre Trauer um die Eltern wird irgendwo im Herzen begraben. Die meisten Kinder naessen ein, was wiederum nicht zum Wohlergehen der Kinder beitraegt.

Sie passen sich an und tun, was ihnen die Erwachsenen sagen.

Am Samstag mieteten wir ein Matatu {rasende, unfalltraechtige  Kombis und ich fuhr mit unserem Pachero hinterher in die Massai Mara. Es war bezaubernd zu sehen, wie unsere Waisenhauskinder auf die Tiere in der freien Wildbahn reagierten. Total begeistert. Auch passierten wir den  Steilanhang an dem die Gnuherden sich runterstuerzen. Riesige Krokodile sahen wir.

Dann besuchten wir auf der Rueckfahrt ein einfaches Lokal,  das voll war, als wir alle sassen!! Gluecklich und muede kamen wir am Abend im Waisenhaus an.

Anfangs war es schwierig mit den Schecks, die ich normalerweise an High- und Collegeschueler gebe. Es gibt neue Schecks mit einem Wasserzeichen. Diese habe ich nun erhalten und so laeuft nun alles okay.

Wir haben auf dem Grundstueck angefangen mit dem Bau der Kueche und einem Nebenraum.  So herrscht wieder ein reges Treiben auf dem Grundstueck. Auch ich kann mich mit einem guten Gefuehl zuruecklehnen, weil ich bereits alle Kinder gesehen und versorgt habe. So bin ich sehr froh, dass alles gut laeuft und gruesse Sie alle im kalten Deutschland! Hier - geschaetzt - haben wir ueber 30! Meine Haut braeunt sich schon!

Alles Gute fuer Sie, herzliche Gruesse aus Kendu Bay am Viktoriasee.

Doris Wieghorst



 

Kommentare  

 
#2 Kristine Käshammer 2012-02-11 22:16
Hallo liebe Doris,

natürlich verfolge ich wie jedes Jahr deine Berichte und wart gespannt auf deine nächsten Neuigkeiten. Ich hoffe es geht dir und den Kindern gut, grüß alle ganz liebe aus dem kalten Deutschland und meld dich bald mal wieder. Genieß deine Zeit.

Liebe Grüße
Kristine
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#1 Annette Hesseler 2012-01-30 11:29
Liebe Doris,
während du da in deinem Backofen brütest,frieren wir zum ersten Mal in diesem Winter bei Minustemperatur en.Die Sonne scheint aber,auch ein Hauch von Schnee ist da.Jette liebt das Wetter und bekommt nicht genug.Wie geht es deiner Benga?Da war die Freude sicher groß,als du um die Ecke kamst.
Schön,das bis jetzt alles so glatt läuft und du schon bei allen Kindern sein konntest.So kannst du "dein"Waisenhaus geniessen und Spass haben mit den Kindern.Was machen unsere Kinder?Sind alle wohlauf?Konntest du Allen die Briefe geben?
Ich wünsche dir weiterhin viel Glück und Erfolg,geniesse die Zeit,denn das scheint ja diesmal zu klappen.
Moin,Moin denn deine Annette
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Aktueller Spendenstand für das Essensprogramm in Kendu Bay. Mehr Infos...
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09.02.2012
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spenden für das Essensprogramm 2012. Insgesamt kamen im letzen Jahr 2183,- Euro zusammen. Damit können 20 hungrige Kinder ein Jahr lang im Waisenhaus zu Mittagessen essen. Wir bitten Sie auch für das Jahr 2013 um Ihre Unterstützung für das Essensprogramm. Vielen Dank!
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